Nach der Flut­ka­ta­stro­phe wur­de auch die Eifel­stre­cke Köln-Trier so stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen, dass sie nicht vor Dezem­ber 2022 wie­der für Züge befahr­bar sein wird. Als Fol­ge ist der Bahn­hof Gerol­stein mit allen dort ein­ge­schlos­se­nen Fahr­zeu­gen wie auch die Vul­kan-Eifel­bahn mit ihrer Werk­statt von der Außen­welt abge­schnit­ten. Aller­dings besteht die Mög­lich­keit, die Fahr­zeu­ge über die Eifel­quer­bahn zu ber­gen und über die­se Stre­cke auch Bau­fahr­zeu­ge ins Kyll­tal zu über­füh­ren. Die Alli­anz pro Schie­ne, Pro Bahn und der Ver­bands Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men unter­stütz­ten den Vor­schlag des Ver­eins Eifel­quer­bahn und unse­res Bünd­nis­ses zur kurz­fris­ti­gen Wie­der­in­be­trieb­nah­me der Stre­cke als Baugleis. 

Auch der Zweck­ver­band hat sich angeschlossen.

Pres­se­er­klä­rung Zweckverband:

https://www.spnv-nord.de/artikel/bahnverkehr-auf-der-ahrtalbahn-und-eifelstrecke-weiterhin-nicht-moeglich‑update-20072021‑x

Alter­na­ti­ven für die Eifel­stre­cke gesucht 

Sper­rung bis Ende 2022 

Auf den ers­ten Blick sieht am Bahn­hof Gerol­stein alles aus wie immer: Gleis­an­la­gen und Bahn­stei­ge machen einen gepfleg­ten Ein­druck, und im Gleis­vor­feld schei­nen Züge auf die Bereit­stel­lung zur Fahrt in Rich­tung Köln und Trier zu war­ten. Doch bei einem genaue­ren Blick wird deut­lich, dass hier längst nicht alles so ist wie immer. Erlo­sche­ne Signa­le, abge­stell­te Züge, ver­schlamm­ter Schot­ter und ver­wais­te Bahn­stei­ge zeu­gen von der schwe­ren Flut­ka­ta­stro­phe, wel­che die Regi­on in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli heim­ge­sucht hat. Dabei ist Gerol­stein, in Bezug auf die Infra­struk­tur, noch glimpf­lich davon­ge­kom­men, wenn man sich die Zer­stö­run­gen ent­lang der Eifel­stre­cke, sowohl in Rich­tung Köln, als auch nach Trier genau­er anschaut. Gehört die Eifel­stre­cke doch zu den am schwers­ten vom Unwet­ter betrof­fe­nen Bahn­stre­cken. Die DB Netz AG geht schon jetzt davon aus, dass die Stre­cke an den beson­ders betrof­fe­nen Stel­len voll­um­fäng­lich neu gebaut wer­den muss. Noch ist man aller­dings damit beschäf­tigt, alle Schä­den im Detail zu erfas­sen. Unter­spül­te Glei­se, zer­stör­te Bahn­über­gän­ge, Brü­cken, Leit- und Siche­rungs­tech­nik sol­len nach dem neu­es­ten Stand der Tech­nik wie­der auf­ge­baut wer­den. Dabei plant die DB Netz AG auch abschnitts­wei­se Neu­tras­sie­run­gen und grö­ße­re Brü­cken­bau­wer­ke, um die Wider­stands­fä­hig­keit (Resi­li­enz) der Infra­struk­tur bei zukünf­ti­gen Hoch­was­ser­er­eig­nis­sen zu ver­bes­sern. Dies alles ist sinn­voll, benö­tigt aber Zeit, da die­ses Vor­ge­hen auch mit zusätz­li­chem Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­auf­wand ver­bun­den ist, wie DB-Netz-Vor­stand Dr. Vol­ker Hent­schel in einer Pres­se­kon­fe­renz am 23. Juli bestä­tig­te. Selbst wenn es bei die­sen Maß­nah­men Pla­nungs­er­leich­te­run­gen geben soll­te, ist mit einem vie­le Mona­te dau­ern­den Pla­nungs­vor­lauf zu rech­nen. Zu einer voll­stän­di­gen Betriebs­auf­nah­me wird es auf der Eifel­stre­cke in abseh­ba­rer Zeit nicht kom­men, spricht die Deut­sche Bahn doch aktu­ell von einer Sper­rung der Stre­cke bis Dezem­ber 2022. „Wir sind ja momen­tan ein­ge­sperrt“, kom­men­tier­te der Vul­kan-Eifel-Bahn-Geschäfts­füh­rer, Jörg Petry, die aktu­el­le Situa­ti­on gegen­über dem SWR. Das in Gerol­stein ansäs­si­ge Unter­neh­men hat, wie auch die Deut­sche Bahn, aktu­ell kei­ne Mög­lich­keit sei­ne beschä­dig­ten Fahr­zeu­ge in die Werk­statt zu überführen. 

Alter­na­ti­ven gesucht 

Der Zweck­ver­band SPNV Rhein­land-Pfalz Nord hat daher die kurz­fris­ti­ge Wie­der­in­be­trieb­nah­me der bereits zur Reak­ti­vie­rung ange­dach­ten Eifel­quer­bahn von Kai­ser­sesch bis Gerol­stein ins Spiel gebracht. Der rund 50 Kilo­me­ter lan­ge Abschnitt wur­de bis 2012 noch regel­mä­ßig von tou­ris­ti­schen Per­so­nen­zü­gen und Güter­zü­gen befah­ren, danach aber der Natur über­las­sen. Erfor­der­lich wäre die Besei­ti­gung des zwi­schen­zeit­lich teil­wei­se dich­ten Bewuch­ses. Danach lie­ßen sich einer­seits die in Gerol­stein ein­ge­schlos­se­nen, vom Hoch­was­ser beschä­dig­ten Fahr­zeu­ge in eine Werk­statt über­füh­ren. Ande­rer­seits könn­ten drin­gend benö­tig­te Gleis­bau­ma­schi­nen und Mate­ria­li­en, wie Schie­nen, Schwel­len und Wei­chen für einen schnel­le­ren Wie­der­auf­bau der Eifel­stre­cke von Ander­nach aus zuge­führt wer­den. Von Sei­ten des Ver­ban­des Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men, sowie des Eifel­quer­bahn Ver­eins, wur­de der Vor­schlag zur kurz­fris­ti­gen Reak­ti­vie­rung der Eifel­quer­bahn auch an Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er her­an­ge­tra­gen. Ein Vor­schlag, der auch von der Alli­anz pro Schie­ne unter­stützt wird. 

Kyll­brü­cke rea­lis­tisch prü­fen  Die vom Hoch­was­ser ganz offen­sicht­lich nicht in Mit­lei­den­schaft gezo­ge­ne Eisen­bahn­brü­cke der Eifel­quer­bahn bei Pelm wur­de in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der als Hin­der­nis für eine Reak­ti­vie­rung dar­ge­stellt. Gut­ach­ter beschei­nig­ten dem Bau­werk im Jahr 2014, das ein „Betrieb mit einer geplan­ten Ziel­ge­schwin­dig­keit von 60 km/​h“ nicht zu ver­tre­ten sei. Dabei wur­de die Brü­cke bis zur Ein­stel­lung des Bahn­be­triebs im Jahr 2012 regu­lär nur mit einer Geschwin­dig­keit von 30 Stun­den­ki­lo­me­tern befah­ren. Bis zuletzt konn­ten selbst schwe­re Güter­zü­ge die Brü­cke pas­sie­ren. Für eine Wie­der­in­be­trieb­nah­me als Bau­gleis wür­de sogar die Über­que­rung in Schritt­ge­schwin­dig­keit aus­rei­chen. Aus die­sem Grund for­dert der Vor­sit­zen­de des Eifel­quer­bahn Ver­eins, Jens Wieß­ner, eine ziel­füh­ren­de Brü­cken­prü­fung unter „rea­lis­ti­schen Vor­ga­ben“.  Unab­hän­gig davon lie­ße sich über die Eifel­quer­bahn der aktu­ell kom­plett zum Erlie­gen gekom­me­ne Güter­ver­kehr wie­der auf­neh­men, ent­we­der direkt ab Gerol­stein oder alter­na­tiv ab Daun bezie­hungs­wei­se Ulmen. Danach könn­te nach Auf­fas­sung von Julia Gie­se­king, Land­rä­tin im Land­kreis Vul­kan­ei­fel, auch der für die Regi­on Vul­kan­ei­fel so immens wich­ti­ge Tou­ris­mus nach den coro­nabe­ding­ten Ein­schnit­ten von einer Reak­ti­vie­rung pro­fi­tie­ren. Aktu­ell benö­tigt der zwi­schen Eus­kir­chen und Gerol­stein ein­ge­rich­te­te Schie­nen­er­satz­ver­kehr (SEV) bei­na­he drei Stun­den, ohne dass die Mög­lich­keit der Fahr­rad­mit­nah­me gege­ben ist. Mit einer Ver­län­ge­rung des regio­na­len Schie­nen­ver­kehrs über Kai­ser­sesch hin­aus bis Gerol­stein wäre für die Regi­on auch eine ver­bes­ser­te Erreich­bar­keit mit dem öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr wie­der gege­ben. „Ich den­ke, dass es auch im Sin­ne der Bahn ist, gute Lösun­gen zu fin­den”, so Julia Gie­se­king (SPD) im Inter­view mit dem SWR. Hier wird sie sicher auch die Zusi­che­rung von Dr. Vol­ker Hent­schel im Hin­ter­kopf gehabt haben, wel­cher in der Pres­se­kon­fe­renz vom 23. Juli ver­si­cher­te „dass wir mit Hoch­druck dar­an arbei­ten für die Men­schen in der Regi­on wie­der attrak­ti­ven Bahn­ver­kehr anbie­ten zu können”. 

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